Als meine Frau Maria vor 2 Jahren starb, kochte ich nicht mehr. Ich aß Brot. Ich nahm ab. 10 Kilo. Mein Nachbar Klaus klopfte an die Tür. Er sagte: “Es riecht nicht mehr nach Essen bei dir.” Ich sagte: “Wofür soll ich kochen?”
Er sagte: “Für mich.”
Ich kochte an diesem Tag Spaghetti für uns beide. Am nächsten Tag kam noch eine Nachbarin dazu. Dann noch einer. Jetzt, mit 76 Jahren, koche ich jeden Mittag um 12 Uhr für 10 bis 12 Leute. Alle sind allein. Witwer. Witwen. Geschiedene. Studenten ohne Geld.
Meine Küche ist voll. Es wird gelacht. Es wird gestritten. Es wird gelebt. Ich gebe nicht mehr als 5 Euro pro Person aus. Aber ich bekomme so viel zurück. Maria hätte das geliebt. Sie sagte immer: “Ein voller Tisch ist ein volles Herz.”
Ich habe verstanden: Man kocht nicht, weil man hungrig ist. Man kocht, weil man lieben will. Und ich habe noch so viel Liebe übrig.